Die Neuapostolische Kirche, Gemeinde Hof / Westerwald



Bild: Neuapostolische Kirche
Bild: Neuapostolische Kirche

Die Neuapostolische Kirche, Gemeinde Hof/Westerwald wurde am 25. August 1900 gegründet und ist 125 Jahre in der Verbandsgemeinde Bad Marienberg zu Hause. Die Gemeindemitglieder nutzten diesen Anlass und richteten ein Festwochenende aus. Der Freitag, 22. August 2025 begann mit einem abendlichen Orgelkonzert, am Samstag, 23. August 2025 erfolgte ein Tag der Offenen Gemeinde und mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 24. August 2025 wurde die 125-Jahr Feier beendet. 

 

Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Neuapostolischen Kirche, Gemeinde Hof/Westerwald fand ein Festwochenende statt, zu dessen Auftakt am Freitagabend die Orgel in einem Konzert erklang. Felix Mende, Regionalkantor an der Propsteikirche St. Johann in Bremen spielte ein Programm, welches das Instrument in ihrer ganzen Bandbreite vorstellte und auf das zahlreich erschienene Publikum großen Eindruck machte. 

 

Zu Beginn erklang das Concerto in a-Moll von Antonio Vivaldi, ursprünglich für Streicher geschrieben und von Johann Sebastian Bach kongenial auf die Orgel übertragen. In der Satzfolge schnell-langsam-schnell wechselten sich perlende Mixtur Klänge mit warmen Flötenregistern ab. In eine ganz andere Klangwelt entführte Felix Mende die Zuhörerschaft anschließend mit einem Stück von Richard Purvis: unerwartete Klänge, die an den Sound von Wurlitzer- und Hammondorgeln erinnern, mischten sich in „Passepied for a Joyous Festival“ mit dem gregorianischen Hymnus „Veni creator“ („Komm, Heiliger Geist“). Den gewichtigsten Teil des Abends bildete hingegen die große Orgelsinfonie Nr. 6 in g-Moll von Charles-Marie Widor. Angelegt in fünf Sätzen standen hier große sinfonische Steigerungen neben ganz feinen und intimen Klangmomenten, die das über eine halbe Stunde dauernde Werk niemals lang erschienen ließen. Nach langem Applaus und stehenden Ovationen erklang noch eine improvisierte Zugabe über „Lobe den Herren“, bevor man sich schließlich zu einem Sektempfang im Foyer zusammenfand. 

 

Am Samstagmorgen begrüßte der Gemeindevorsteher, Priester Peter Streicher die Glaubensgeschwister und Gäste sowie den 1. Beigeordneten der Verbandsgemeinde, Herrn Marvin Kraus, den Ortsbürgermeister aus Hof/Westerwald, Jochen Becker, Pfarrer Karl Jacobi Evangelische Kirche Hof und Pastor Harald Börner Freie Evangelische Gemeinde Nisterau. 

 

Das Programm begann mit einem Chorgesang, einer Präsentation des ersten Teils der Gemeindechronik durch Priester i.R. Klaus-Jürgen Mende. Er berichtete aus den Anfangsjahren über den Kirchenbau in Bad Marienberg und der Zusammenführung der Gemeinde Bad Marienberg und Hof/Westerwald zu einer Gemeinde. Wegen großem Renovierungsbedarf wurde das Kirchengebäude in Bad Marienberg profaniert und verkauft. Der Chor der Sängerinnen bereicherte mit Liedbeiträgen die Vorträge.

 

Der Gemeindevorsteher sprach in seinem Beitrag über die Gründung und Entwicklung der Neuapostolischen Kirche und stellte die Glaubensinhalte nach der Bibel sowie die Sakramente vor. Die Überleitung zum nächsten Programmpunkt gestalteten die Sängerinnen durch einen weiteren Liedbeitrag.

 

Im zweiten Teil der Präsentation der Gemeindechronik wurde über die Entwicklung der Gemeinde referiert. Die Renovierungskosten in einem bereits bestehenden Kirchengebäude in Hof/Westerwald waren erheblich einfacher zu leisten und die Gemeinde konnte ab August 2017 darin ihr neu renoviertes Gebäude beziehen. Die Gemeindeaktivitäten für Kinder, Jugendliche und die Senioren, das aktuelle Gemeindeleben sowie die engagierten Beiträge der Zusammenarbeit in der Ökumene wurden vorgestellt. Festgottesdienste und die Bezirksstruktur rundeten den Vortrag ab. Der Chor der Sängerinnen bildete den Abschluss des Programms und die Gemeindechronik wurde anschließend verteilt. Nach dem Programm waren alle Gäste zum Imbiss mit Grillgut sowie Kaffee und Kuchen eingeladen.

 

Der Sonntagmorgen begann mit einem Festgottesdienst, welchen Apostel Gert Opdenplatz durchführte. Grundlage für den Gottesdienst war das Bibelwort „Da es nun schon viele unternommen haben, Bericht zu geben von den Geschichten, die sich unter uns erfüllt haben, wie uns das überliefert haben, die es von Anfang an selbst gesehen haben und Diener des Wortes gewesen sind.“ (Lukas 1, 1.2). Der Apostel sprach davon, es seien viele bekannte und unbekannte Gesichter im Kirchenraum, auch in der Gemeindechronik, aber es sind die Mosaiksteine der Gemeinde. Wir können Gott für diese Gemeinde von Herzen danken. Die Zeugen der damaligen Zeit berichteten aus dem Erleben mit Jesus Christus. Auf das Gott, den sicheren Grund gelegt hat, denn die Wunder die Jesus in seiner Zeit getan hat, geschahen im Namen Gottes. Auch die späteren Apostel haben nicht anders gehandelt. Auch Jesus lässt uns heute im Gottesdienst spüren, er ist da! Er redet mit uns, sprechen auch wir freundlich miteinander. Unsere Kinder lernen in der Schule lesen, leider wird es oftmals durch Computerspiele ersetzt, aber dann wird es mit dem Lesen kritisch, weil die Übung fehlt. Auch wir Erwachsenen sind angehalten in der Bibel, besonders in den Evangelien zu lesen. Der Schreiber Theophil schrieb es damals für die später geborenen Menschen auf. Die Bibel ist unterteilt in das Alte Testament und das Neue Testament, darin hauptsächlich die Evangelien. Es gibt viele Bibeln, z.B. die Altarbibel, diese führt ein trauriges Leben, denn sie wird im Gottesdienst nur einmal für das Textwort benutzt. Die Heilige Schrift ist die Grundlage für die Lehre der Neuapostolischen Kirche. Sie ist gleichzeitig Ausgangspunkt und Grundlage für die Predigt. In der Bibel aufmerksam zu lesen, eröffnet die Nähe Gottes. In manchen Ländern Afrikas gibt es Bibelübersetzungen ohne das alte Testament, die Menschen würden auch das Alte Testament gerne lesen, aber die Bibel ist dort nicht komplett gedruckt. Zum Bibellesen gibt der Apostel den Tipp, erst mit den Evangelium zu beginnen, denn Bibelworte geben uns Hilfen für unser Leben. Auch das Apostolikum und das Glaubensbekenntnis sind für alle Christen gleich. Sie stehen deshalb nicht in der Bibel, weil sie erst im Jahr 325 n. Chr. als konfessionsübergreifende Grundlage des Glaubens zusammengestellt wurden. Der Apostel beendete die Predigt mit dem Schluss der Bibel, „Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald.“ (Offenbarung 22,20).

 

Im seinem Predigtbeitrag erwähnte Priester Peter Streicher, der Apostel nenne und behandle die Bibel wie einen Freund. Auch Kinder können offen und neugierig die Bibel lesen. Sie weist auf ein großartiges Ziel hin und bezeugt, Gott war immer ein treuer Begleiter und er wird weiter mit dir sein. Im zweiten Predigtbeitrag weiteren sprach Bezirksevangelist Hans Dieter Laux an, der Verfasser der Gemeindechronik und der Apostel Lukas haben eins gemeinsam, sie haben mit den Menschen gesprochen, haben zugehört und haben es aufgeschrieben. Miteinander reden bedeutet auch über seinen Glauben reden und danach zu leben.

Es folgte das Gebet, „Vater unser“, danach wurde die Heilige Versiegelung von Glaubensschwester Ulrike Wunder durchgeführt. Der Apostel gab ihr das Bibelwort aus Psalm 75,2 mit auf dem Glaubensweg. Anschließend feierte die Gemeinde das Heilige Abendmahl. Danach wurde die Diakonin Jessica Grams zur Priesterin für die Gemeinde Altenkirchen ordiniert. Mit Gebet und Segen beendete der Apostel den Gottesdienst.

 

Nach dem Gottesdienst blieb die Gemeinde noch mit Westerwälder Kartoffelsuppe, Kaffee und Kuchen zusammen und ließ das Festwochenende ausklingen. 

 

 

Text: Klaus-Jürgen Mende


Entstehung und Entwicklung der Gemeinde Hof / Westerwald

 

Die Anfänge der Neuapostolischen Kirche in der Verbandsgemeinde Bad Marienberg datieren auf den Gottesdienst vom 25.08.1900 in Pfuhl, heute Nisterau, in privaten Räumen. Von 1925 bis 1952 fanden die Gottesdienste in Langenbach bei Bad Marienberg statt.

 

Im Jahre 1952 wurde die Gemeinde Hof/Westerwald gegründet, die Gottesdienste fanden in privaten Räumen mit Gemeindevorsteher Priester Werner Uhr, ab Januar 1955 mit Priester Walter Rübsamen statt. Nach verschiedenen Standorten wurde für die Gemeinde ein neues Gebäude gebaut und durch Kirchenweihe am 13.11.1977 von Apostel Friedrich Bischof der Gemeinde übergeben. Die Gemeinde Hof/Westerwald wurde im Herbst 2003 mit der Gemeinde Bad Marienberg zusammengelegt. Anschließend wurde das Gebäude in Hof/Westerwald für Zusammenkünfte, Seminare und Begegnungen des Kirchenbezirks Mainz genutzt. Im Zeitraum von 2011 bis 2014 wurde das Gebäude von einer anderen christlichen Gemeinschaft für Gottesdienste genutzt. 

 

Ab 2015 erfolgten Planungen zur Renovierung des Kirchengebäudes in Hof/Westerwald. Nach der Renovierung erfolgte der Umzug der Kirchengemeinde Bad Marienberg in die Ortsgemeinde Hof/Westerwald. Die renovierte Kirche wurde durch Apostel Gerd Opdenplatz am 10. August 2017 in einem Weihegottesdienst mit dem Bibelwort aus 27. Psalm, Vers 4 der Kirchengemeinde übergeben.  

 

„Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne: dass ich bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu betrachten.“ 

Zum Weihegottesdienst waren die Vertreter der Verbands- und Ortsgemeinden sowie die Pfarrer der Katholischen und der Evangelischen Kirche, der Pastor der Freikirchlichen Gemeinde Nisterau-Pfuhl und Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Gemeinde anwesend. Der Ortsbürgermeister von Hof/Westerwald, Herr Bernd Weber, sprach im Namen der Ortsgemeinde ein Grußwort. Danach konnten alle Anwesenden das neu renovierte Kirchengebäude zu besichtigen. Der lichtdurchflutete Kirchensaal bietet Platz für etwa 100 Gottesdienstteilnehmer; im Bedarfsfall bis zu 130 Personen Platz. Die Nebenräume ermöglichen kirchliche Übertragungen, Unterrichte und weitere Veranstaltungen durchzuführen.

 

Wegen der Coronapandemie fanden seit Ende März 2021 keine Präsenzgottesdienste in der Kirche statt. In dieser Zeit wurden die zentral aufgezeichneten Gottesdienste per, Video- und IPTV-Übertragung für die Gemeindemitglieder und Gäste zu Hause per TV/PC/Handy übertragen. 

 

 

Wechsel des Gemeindevorstehers

 

Zum 24.04.2021 leitete Apostel Gerd Opdenplatz den ersten Präsenzgottesdienst nach Corona und der Wechsel des Gemeindevorstehers erfolgte. Hirte Lothar Kiel wurde von der Gemeindeleitung entbunden und Priester Peter Streicher wurde mit dem Bibelwort aus Lukas 12, Vers 34: „Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ mit der Gemeindeleitung beauftragt.

 

 

Gottesdienst

 

Der Gottesdienst ist Begegnung von Gott und Mensch. Hier hören Gläubige die frohe Botschaft von der Gnade und der Wiederkunft Christi. Unsere Gottesdienste werden von Orgel und Chorgesang begleitet. In der Neuapostolischen Kirche gibt es Segenshandlungen zu Konfirmation, Verlobung, Trauung und zu Hochzeitsjubiläen. Bei Trauerfeiern wird Beistand geleistet und Trost gespendet. Den Kindern wird in der Sonntagsschule, dem Religions- und Konfirmandenunterricht christliches Glaubensgut vermittelt. Die Jugendlichen erhalten zusätzlich zur Teilnahme an Gottesdiensten spezielle Angebote der Seelsorge und der Freizeitgestaltung an, beispielsweise Jugendabende, Jugendgottesdienste, Jugendtage sowie Jugendausflüge. Die Senioren, ehemals sehr aktive Mitglieder in der Gemeinde, gestalten z. B. Seniorentreffen u. ä. 

 

 

Ökumene

 

Die Neuapostolische Kirche ist sich ihrer Aufgabe innerhalb der Christenheit bewusst und steht der ökumenischen Bewegung offen gegenüber. Das Leitmotiv lautet: „Einheit in versöhnter Verschiedenheit unter Wahrung der Identität der jeweiligen Kirche.“ Das Coronavirus hat die Kirchengemeinden in der Ökumene Hof & Nisterau zu vielen gemeinsamen Aktivitäten zusammengeführt. 

 

 

Die Neuapostolische Kirche

 

Die Neuapostolische Kirche ist eine internationale, christliche Kirche. Grundlage ihrer Lehre ist die Heilige Schrift. 1863 ist sie aus der Katholisch-apostolischen Gemeinde entstanden und wird – wie die ersten Christengemeinden auch – von Aposteln geführt. Kern der neuapostolischen Glaubenslehre ist die Wiederkunft Christi zur Heimholung derer, die sich darauf vorbereiten ließen. 

Die Neuapostolische Kirche Westdeutschland umfasst Gemeinden in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Einige Gemeinden befinden sich auch in den benachbarten Bundesländern Niedersachsen und Bayern. In allen deutschen Bundesländern besitzt die Neuapostolische Kirche den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts (K. d. ö. R.). Die Neuapostolische Kirche erhebt keine Kirchensteuer, sondern finanziert sich aus den freiwilligen Opfern und Spenden ihrer Mitglieder. Kirchenpräsident und damit Leiter der Gebietskirche West ist der amtierende Bezirksapostel Rainer Storck.

 



Kontakt

Gemeindevorsteher: Peter Streicher

Oststraße 2

56472 Hof/Westerwald 

 

Website: www.nak-west.de

 

Inhalte von Google Maps werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf die Cookie-Richtlinie (Funktionell), um den Cookie-Richtlinien von Google Maps zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Google Maps Datenschutzerklärung.